Präsentation der Meisterwerke


Definition: Meisterwerk

Ursprünglich wurde eine angefertigte Abschlussarbeit, die qualitativ besonders hervorragte und eigens zur Erlangung des Meistertitels gefertigt wurde als Meisterwerk bezeichnet. Im Handwerk wird diese oft auch als Meisterstück bezeichnet.

 

Bereits seit dem Mittelalter mussten Handwerker ihre Gesellenzeit erfolgreich hinter sich bringen, um danach unter bestimmten Voraussetzungen wie dem Vorhandensein einer Stelle und einer ehelichen Geburt als Meister bewerben. Wurde ein solcher Antrag von der Zunft gestattet, so musste der Bewerber als Beweis seines Könnens unter Aufsicht an handwerklich anspruchsvolles Werk fertigen; doch neben dieser praktischen Prüfung galt es auch, eine mündliche Prüfung abzulegen.

 

Das Meisterstück blieb üblicherweise im Besitz des Meisters, wurde teilweise jedoch auch verkauft. Dies war ein schwieriges Vorhaben, da die Zunftordnungen vielfach noch längst altmodisch gewordenen Formtypen entsprachen. Aus diesem Grund wurden gelegentliche Lotterien vom Meister veranstaltet, bei dem das Kunstwerk verlost wurde. So manch ein Meisterstück blieb aufgrund seiner ungewöhnlichen und kuriosen Form erhalten und stellt in diesem Sinne keine „Prüfungsarbeit“ mehr dar.

 

Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet man ein besonders gelungenes, von der Kritik gelobtes Werk und als bestes Werk eines Künstlers während seiner Schaffensphase geltend als Meisterwerk – dabei kann es sich auch durchaus um mehrere Werke handeln.

 

Heute ist das Meisterstück vor allem ein Nachweis dafür, dass der Künstler auch die traditionellen Techniken seines Handwerks beherrscht.


Meinungen Gegenwartskunst von Peter Walter
Meinungen