Was ist Kunsthandel?

Hier werden Sie über die Bedeutung und Funktion des Kunsthandels informiert.

ART Leben im Holz ist selbst weder Galerist noch Kunsthändler, sonder Künstler. Auf der Website von ART Leben im Holz finden Sie eine Online-Galerie mit Bildern von Werken zeitgenössicher Kunst, welche in vier verschiedene Bereiche unterteilt werden: Kunst, Kunst im öffentlichen Raum, Kunsthandwerk und Kunsthandwerk im öffentlichen Raum.

 

In der Biographie können Sie mehr über ART Leben im Holz und den Künstler Peter Walter erfahren.

Gerne berate ich Sie persönlich bei Ihrem Kauf von Kunstwerken und über die Möglichkeit, Kunst zu mieten oder als Sponsor bei einem Großprojekt mit zu wirken.

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Unter Kunsthandel wird das gewerbsmäßige Handeln mit Kunstwerken verstanden. Dabei wird zwischen dem Primär- und dem Sekundärmarkt differenziert: Auf dem Primärmarkt sind vor allem Galerien tätig, während sich Kunsthändler auf dem Sekundärmarkt mit dem An- und Verkauf von Kunstwerken befassen. Häufig übernehmen jedoch auch Galerien den Rück- und Wiederverkauf von Werken der von ihnen vertretenen Künstler.

 

Im Mittelalter hatten Künstler den selben sozialen Status wie Handwerker inne, waren in Zünften oder Gilden organisiert und wurden von hochstehende und wohlhabende Persönlichkeiten beauftragt für freie Städte, Fürsten- und Königshöfe sowie kirchliche Einrichtungen Kunstwerke zu erschaffen. Dafür wurden sie wie Handwerker nach Materialverbrauch und Aufwand entlohnt.

Gegen Ende des Mittelalters wandelte sich das Kunsthandwerk von der Kunden- zur Warenproduktion. Künstler waren umso mehr darauf angewiesen mit ihren Erzeugnissen Handel zu treiben und reisten durch die Lande, um Ihre Werke anzubieten.

 

Auch Albrecht Dürer handelte auf seinen Reisen nach Italien und in die Niederlande mit seinen Werken. In der Renaissance waren Künstler meist an Hof und Herrscher gebunden, daher kann von einem Kunsthandel im modernen Sinne erst nach dieser Epoche gesprochen werden. Im 17. Jahrhundert traten bereits professionelle Kunsthändler auf, die jedoch zunächst nur für junge, unerfahrene Künstler hilflreich waren. War ein Künstler zu einem guten Ruf gelangt, arbeitete er nur noch selten für einen Kunsthändler, da dieser in der Öffentlichkeit nicht hoch angesehen war.

 

Der Kunsthändler dient dabei als Schnittstelle zwischen dem Künstler und der Öffentlichkeit. Er muss in der Lage sein, zahlungskräftige Kunstliebhaber - vor allem Sammler, Museumsleute oder andere Kunsthändler - für den Kauf der von ihm angebotenen Werke zu gewinnen. Dabei ist es wichtig, die Nähe zum Künstler aufrecht zu erhalten. So hat der Händler einen großen Anteil an der Durchsetzung neuer Kunstrichtungen.

 

Mit seinem großen Kunstverständnis hatte beispielsweise Paul Durand-Ruel den Impressionismus und seine Vertreter entscheidend gefördert, indem er unter anderem in Paris Ausstellungen veranstaltete. Pablo Picasso zum Beispiel wurde durch die Kunsthändlern Ambroise Vollard, Daniel Henry Kahnweiler, Paul Rosenberg und Georges Wildenstein groß.

 

Im modernen Kunsthandel sind hauptsächlich folgende Akteure und Institutionen tätig: Galerien, Kunsthandlungen, Kunstmessen we die Art Basel oder Art Cologne sowie Auktionshäuser. Auch auf Antiquitäten-Markten oder in Internet-Auktionen wird mit Kunst gehandelt.

 

Mitte des 18. Jahrhunderts nahm der Kunsthandel in Frankreich und in England an Bedeutung zu: 1766 eröffnete das Londoner Auktionshaus Christie's, in Paris etwas später das Hôtel Drouot. Nach Deutschland kam das Kunstauktionswesen jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vor allem Städte wie Berlin, München und Köln wurden zu Hochburgen des Kunsthandels.

 

Um den Kunsthandel vor kriminell erworbenen Stücken zu sichern, wurden von Staaten und Kunsthändlern verschiedene Maßnahmen getroffen und Institutionen gegründet. So dokumentiert das Lost Art Register der Lost Art Koodinierungsstelle Magdeburg Raubkunst und Beutekunst aus der NS-Zeit. Darin sind rund 110.000 Kulturgüter detailliert und mehrere Millionen summarisch beschrieben. Damit ist das Register eine große, internationale Datenback, um gestohlene Kunstwerke über das Internet auffindbar zu machen. Seinen Ursprung hat dieses Register  in der Internationalen Stiftung für Kunstforschung (IFAR), einer gemeinnützigen Organisation aus New York.

 

Bis 2008 konnten mit Hilfe des Lost Art Registers Kunstwerke im Wert von 230 Millionen Euro - darunter Werke von Paul Cezanne, Edouard Manet, Pablo Picasso, Hanna Bekker vom Rath, Heinz Berggruen, Ernst Beyeler, Bruno Bischofberger, Marianne Boesky, Leo Castelli, Paul Durand-Ruel, Konrad Fischer, Alfred Flechtheim, Franke-Schenk, Larry Gagosian, Karsten Greve, Theo van Gogh, Peggy Guggenheim, Roswitha Haftmann, Rafael Jablonka, Sidney Janis, Jay Jopling, Daniel-Henry Kahnweiler, Leo König, Sam Kootz, Jan Krugier, Karl Lilienfeld, Pierre Loeb, Gerd Harry Lybke, Aimé Maeght, Paul Maenz, Pierre Matisse, Anthony d’Offay, Betty Parsons, Paul Rosenberg, Siegfried Rosengart, Charles Saatchi, Giovanni Maria Sasso, Alfred Schmela, Michael Schultz, Ileana Sonnabend, Rudolf Springer, Monika Sprüth, Hans Strelow, Heinrich Thannhauser, Wilhelm Uhde, Hendrick van Uylenburgh, Curt Valentin, Ambroise Vollard, Berthe Weill, Georges Wildenstein, Iwan Wirth, Rudolf Zwirner - wiedergefunden werden.

 

Autor: Peter Walter